
Die Erfolgsgeschichte von Threema: von der Gründung bis heute
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2012 entschieden drei junge Schweizer Software-Entwickler, für sich und ihre Freunde eine eigene, unabhängige Kurznachrichten-App zu entwickeln. Es sollte eine Chat-App werden, die sie selbst mit gutem Gewissen nutzen können, ohne sich kommerziellen Datensammlern und staatlicher Überwachungswillkür aussetzen zu müssen. Die App
wurde «End-to-End Encrypted Messaging Application» getauft, kurz «EEEMA». Später wurden die drei «E»s durch «three» (Englisch für «drei») ersetzt, und so wurde Threema daraus. Die Gründer ahnten nicht, welche Resonanz sie mit ihrer App auslösen würden. Als Ende 2012 die erste Threema-Version veröffentlicht wurde, war die Nachfrage immens: In kurzer Zeit stieg die Nutzerzahl auf 250’000. Threema hatte den Nerv der Zeit getroffen.
Im Jahr 2013 sensibilisierten verschiedene Ereignisse die Bevölkerung auf drastische Weise für den Datenschutz: zunächst die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden und die darauf folgende NSA-Affäre, bei der die Ausmasse des Prism-Überwachungsprogramms US-amerikanischer Geheimdienste offenbar wurden, und schliesslich die Merkel-Abhöraffäre. Besorgte Internet-Nutzer begannen, die Vertrauenswürdigkeit der bisher genutzten Kommunikationskanäle zu hinterfragen und sich nach sicheren Alternativen umzusehen, was Threema nachhaltig beflügelte. Um auch beim Kauf der Threema-App Anonymität zu gewährleisten, ging im selben Jahr der eigene Threema Shop live, und Android-Nutzer konnten die App mit Bitcoin erwerben.
Im Frühjahr 2014 wurde die Threema GmbH mit Sitz in Pfäffikon SZ bei Zürich gegründet. Ein Team aus erfahrenen Software-Entwicklern arbeitet seither unentwegt daran, die Threema-App weiterzuentwickeln. Mit Erfolg: Seit 2014 ist die Threema-App kontinuierlich in den Top-Charts der verschiedenen App Stores vertreten und wird regelmässig für die hohe Sicherheit und den beispiellosen Privatsphäre-Schutz ausgezeichnet. Mit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook Anfang 2014 erlebte Threema noch rasanteren Zulauf. In wenigen Wochen weitete sich die Nutzerbasis auf 2 Millionen aus. 2015 wurde mit Threema Gateway eine innovative und vielseitige Schnittstelle eingeführt, mit der sich Threema-Nachrichten über eigene Software versenden lassen.
2016 wurde Threema Work lanciert, das speziell auf die Bedürfnisse von Unternehmen, Behörden, Schulen und Organisationen ausgerichtet ist. Das Angebot traf den Nerv der Zeit, denn gerade in der zunehmend
digitalisierten Gesellschaft ist sichere und zugleich schnelle Mobilkommunikation wichtiger denn je. Die Kundenbasis des neuen Service wächst seit dem Start kontinuierlich, und bis heute wird Threema Work bei vielen führenden Unternehmen wie Mercedes-Benz Group und TK Elevator als interne Messaging-Lösung eingesetzt.
Zu Beginn des Jahres 2017 galt die Aufmerksamkeit ganz Threema Web, dem neuen Web-Client für Threema. Damit konnte nun bequem vom PC aus gechattet werden, ohne Abstriche bei der Sicherheit machen zu müssen. Ein halbes Jahr später wurden Threema-Anrufe eingeführt. Seit dann ist es möglich, Ende-zu-Ende-verschlüsselte Anrufe in brillianter Sprachqualität zu führen – ohne die eigene Rufnummer preisgeben zu müssen.
2018 wurde mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein wichtiger gesetzlicher Grundstein gelegt. Für europäische Unternehmen heisst das konkret, dass die Verwendung herkömmlicher Messenger für geschäftliche Zwecke nicht mehr zulässig ist, weil damit Kontaktdaten der Nutzer herausgelesen, verarbeitet und weitergegeben werden könnten.
Ebenfalls im Jahr 2018 kam Threema Broadcast zum Portfolio hinzu, ein professionelles Tool für Top-Down-Kommunikation. Mittels Feeds und Verteilerlisten werden beliebig viele Empfänger im Handumdrehen erreicht, und Bots erlauben die zeitunabhängige Abfrage von Informationen. Ein paar Monate später folgte Threema Safe, die Threema-eigene Backup-Lösung, die ermöglicht, anonym, sicher, automatisch und plattformunabhängig die wichtigsten Threema-
Daten zu sichern. 2019 führte das Labor für IT-Sicherheit der FH Münster einen Sicherheitsaudit der Android- und iOS-App sowie von Threema Safe durch.
Das Jahr 2020 war geprägt von der Corona-Pandemie, wodurch einerseits die Nachfrage nach mobiler Kommunikation im Business-Umfeld stieg und andererseits schärfer ins Bewusstsein trat, wie wichtig sichere Kommunikation auch im Krisenfall ist. Das Homeoffice verstärkte das Bedürfnis nach Videotelefonie, weshalb sogleich Video-Anrufe via Threema eingeführt wurden. Im September 2020 stärkte Threema seine Marktposition nochmals durch den Einstieg der deutsch-schweizerischen Beteiligungsgesellschaft Afinum Management AG, Zürich. Die Partnerschaft legt die Grundlage für Kontinuität in der Unternehmensentwicklung, weiteres gesundes Wachstum und eine Beschleunigung der Produktentwicklung. Die drei Gründer und Entwickler führen das Unternehmen weiterhin nach den bewährten Prinzipien und bleiben mit einem wesentlichen Anteil an der Gesellschaft beteiligt. Ebenfalls im Jahr 2020 öffnete Threema den Code für alle und wurde quelloffen.
2021 gab WhatsApp erneut Anlass, sich über Datenschutz bei Messaging-Diensten genauere Gedanken zu machen: Die neuen Nutzungsbedingungen des Chat-Diensts lösten eine Kontroverse aus und sorgten für regen Zuwachs bei Threema. Die Nutzerzahl stieg auf 10 Millionen. Mit Threema OnPrem wurde eine Self-Hosting-Lösung eingeführt, die Organisationen mit aussergewöhnlichen Sicherheitsanforderungen erlaubt, Threema Work komplett unabhängig auf einem eigenen Server zu betreiben.
2022 entschied sich die Schweizer Armee und die Schweizer Polizei, landesweit Threema Work in ihren Korps und Departementen einzusetzen. Mitte Jahr wurde Threema Libre vorgestellt, welches ermöglicht, Threema über den alternativen App-Store F-Droid zu installieren und komplett ohne Google-Services zu nutzen.
Im Dezember 2022 feierte Threema einen runden Geburtstag: Vor zehn Jahren, am 12. Dezember 2012, wurde die erste Version der Threema-App in Apples App Store veröffentlicht. Kurz vor Ende Jahr wird Threemas Sicherheit mit dem neuen Kommunikationsprotokoll «Ibex» weiter gefestigt, und das Protokoll-Portfolio erhält neue Komponenten für Ende-zu-Ende-verschlüsselte Gruppenanrufe und die anstehende Multi-Device-Lösung.
Aktuell zählt Threema über 11 Millionen Nutzer. Davon verwenden mehr als 2 Millionen in ca. 7’500 Unternehmen, Behörden, Verbänden und Schulen die Unternehmenslösung Threema Work
(Stand: Oktober
2022).
Tag:Threema
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